Nach fast einem Jahr Pause hab ich beschlossen, den Blog nun doch wieder mit Leben zu füllen.

Vielleicht gelingt mir ja mit diesem Blick aus dem Bürofenster ein neues “Monatsfoto”? Das Gebäude ist übrigens die nun nach etwa drei Jahren Bauzeit fertiggestellte Siemens-Konzernzentrale, die mich mit ihren schiefen Wänden architektonisch nicht überzeugt.

Das Foto ist am 20. Januar um 17:00 Uhr entstanden und zeigt, dass es hier in München deutlich länger hell ist als in nördlichen Gefilden wie in Hamburg und Berlin, wo die Sonne schon um 16:30 Uhr untergegangen ist. Astronomen unter meinen Leser  können mir den Grund dafür sicher erklären!

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… statt “View down” heißt für mich jetzt die Devise, denn ich geb dem Jahr 2015 jetzt nochmal die Chance, die restlichen 9 1/2 Monate etwas netter zu mir zu sein … ;-)

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Ihr habt ja gemerkt, dass es hier in letzter Zeit kaum was Neues zu lesen gab, weil mir einfach die Energie dazu fehlte. Ob ich den Quizzy-Blog überhaupt weiterführen werde, steht noch in den Sternen – als mein persönliches “München-Archiv” bleibt er aber auf jeden Fall im Netz bestehen.

Beim “Montagsherzerl” möchte ich mich aber mit diesem Beitrag endgültig verabschieden und ich danke Frau Waldspecht ganz herzlich für diese wunderschöne Aktion.

Während wie jedes Jahr am 2. Februar in den USA das “Murmeltier-Orakel” befragt wird, um zu erfahren, wie lang der Winter noch dauert, freue ich mich, dass die Tage nun deutlich länger werden und ich nun morgens wieder bei Tageslicht zur Trambahn gehen kann.

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Die Rückkehr des Lichts feierten bereits die Kelten in vorchristlicher Zeit mit ihrem Fest “Imbolc”, das genau 40 Tage nach der Wintersonnenwende stattfand.

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Auch wenn der tägliche Weg zur Arbeit immer derselbe ist, so ändert sich im Jahresverlauf doch die Natur rundherum, was ich anhand dieses Fotomotivs festhalten möchte.

Als der Maler Friedrich August von Kaulbach 1878 das hübsche Biermadl Coletta Möritz an ihrem Arbeitsplatz im Sterneckerbräu entdeckte und kurzerhand auf die Leinwand bannte, hätte er sich wohl kaum träumen lassen, dass ihr Konterfei noch heute die Wirtshausstuben schmückt.

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Das am 19. September 1860 im Landkreis Aichach als uneheliches Kind geborene Mädel erhielt bei ihrer Taufe den Namen der heiligen Nicoletta. Ihre Mutter zog bald nach München und ließ die Tochter bei den Armen Schulschwestern am Anger in die Schule gehen. Danach erlernte sie den Beruf der Kellnerin und machte – nicht zuletzt wegen ihrer für die damalige Zeit ziemlich freizügigen Darstellung der “Schützenliesl” – eine steile Karriere. 1882 heiratete sie den Gastronomen Franz Xaver Buchner, bewirtschaftete mit ihm verschiedene bekannte Brauereien und Gaststätten in München und wurde später sogar eine beliebte Festwirtin auf dem Oktoberfest.

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Es wäre naheliegend, die Sichel in der Hand der weiblichen Figur als Halbmond zu deuten, zumal sich dieser markante Fassadenschmuck in der Türkenstraße 16 befindet. Betrachtet man aber die Figur an der anderen Ecke des Gebäudes etwas genauer, so kann man eine Kette und ein Pferd erkennen, womit eindeutig der Heilige Leonhard gemeint ist, der wie sein weibliches Pendant Notburga vor allem von der ländlichen Bevölkerung verehrt wurde.

Das heute als “Officium” bezeichnete Gebäude wurde nämlich vor fast 100 Jahren als “Haus der landwirtschaftlichen Genossenschaften”” erbaut. Bis 1977 war dort der Sitz des Bayerischen Raiffeisenverbands, was die volkstümlichen Heiligen an der Fassade erklärt.

Bei unserem Neujahrs-Spaziergang haben wir einige “Montagsherzerl” für Frau Waldspecht entdeckt, da der Neuschnee anscheinend Liebespaare magisch anzieht, sich dort zu verewigen.

Da mittlerweile schon wieder Tauwetter eingesetzt hat, dürften die Herzerl inzwischen geschmolzen sein – bleibt zu hoffen, dass die gegenseitigen Gefühle des Pärchens, das sich hier verewigt hat, noch etwas länger halten … ;-)

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Da der Winter nun wieder eine Verschnaufpause einlegt, bietet sich für einen verregneten Sonntag der Besuch in der Ausstellung “Mit Leib und Seele” in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung an.

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Obwohl das Fotografieren in der Ausstellung nicht erlaubt ist, habe ich mich doch getraut, ein paar Aufnahmen “aus der Hüfte” (natürlich ohne Blitz!) zu schießen, da ich die Fotos ja nicht kommerziell nutze.

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Ziel der Ausstellung ist es, einen frischen Blick auf die Epoche des Rokoko zu werfen und den damaligen Zeitgeist und seine Glaubenswelt erlebbar zu machen.

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Die Ausstellung widerlegt in überzeugender Weise das Vorurteil, die Kunst des Rokoko als kitschig oder überladen zu betrachten. Vielmehr ist es den Künstlern gelungen, ihren körperbetonten Figuren Ausdruck und Seele einzuhauchen.

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