Um kurz nach 9:00 Uhr morgens treffen wir uns in der „Schaubar“ zur bereits zuhause gebuchten „Panoramafahrt über die Blumeninsel“. Es regnet, dazu weht ein kräftiger Wind.

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Noch fasziniert von den Kunstwerken auf dem Schiff – und etwas frustriert vom schlechten Wetter – kaufe ich beim ersten „Aussichtspunkt“ einem „Künstler“ zwei Siebdrucke ab, da man von der Küste eh kaum was sieht.

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Über Serpentinen geht es zum nächsten Aussichtspunkt. Es gießt in Strömen und wir können uns nur in einem Souvenirshop aufhalten (und auf die Toilette gehen) – dort höre ich einen Spruch, den ich mir merken muss:
„Eine Dame geht nicht, wenn sie muss, sondern wenn sie kann“

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Beim dritten Stopp auf unserer „Panoramafahrt“ steigen wir gar nicht mehr aus dem Bus aus, weil sich der Regen inzwischen in eine Sintflut verwandelt hat und wir im dichten Nebel Angst haben, in die nächste Schlucht zu stürzen.

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Der letzte Aufenthalt in einem kleinen Fischerdorf entschädigt für den verpatzten Ausflug: wir kaufen Poncha und Honigwaffeln und sind froh, dass wir wieder aufs Schiff kommen.

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Auf Deck 14 „schwoabn“ wir unseren Frust an der Bar „Außenalster“ runter …

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… und unter den Klängen von „Große Freiheit“ genießen wir das Ablegen von der „grünen Blumeninsel Madeira“.

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Kaum sind wir wieder in Richtung Süden unterwegs, reißt der Himmel auf … 😎

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Ein Drink in der „Diamantbar“ auf Deck 5 am Heck des Schiffes und ein ausgezeichnetes 5-Gänge-Menü im „Atlantik Klassik Restaurant“ versöhnen uns endgültig mit dem Tag.

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Das Schiff legt bereits um 1:00 Uhr nachts im Hafen von Funchal auf Madeira an, was für alle Seekranken sicher eine Erlösung war. Ich persönlich schlafe aber bei Seegang wesentlich besser, weil da vermutlich frühkindliche Erinnerungen eine Rolle spielen … 🤔

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Bis zum Sonnenaufgang dauert es also noch ein bisschen und da wir keinen Ausflug gebucht hatten, bleibt genug Zeit für ein gemütliches Frühstück im Atlantik-Restaurant.

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Leider verheißt der Regenbogen über Funchal nichts Gutes, sondern ein Sprühregen macht den Spaziergang durch die Altstadt sehr unangenehm.

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Außerdem überschwemmen auch die Gäste der AidaSol – die uns schon wieder die Aussicht verstellt 😳 – die Insel, was dem Flair der Hafenstadt nicht besonders gut tut.

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Wir strömen trotzdem wie Hunderte anderer Touristen in die berühmte Markthalle, die sich als Touristen-Nepp herausstellt, weil wir uns für 30 € unreifes Obst andrehen lassen.

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Wir ärgen uns über die eigene Dummheit und fahren entnervt zurück an Bord.

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Leider verkehrt der Shuttle nur bis 18:00 Uhr, so dass wir uns eine zweite Fahrt ins Zentrum von Funchal mit dem Taxi – zumal es immer noch regnet – am Abend sparen.

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Mit einem Averna (all inklusive 👍) spülen wir unseren Frust in der „Himmel & Meer Lounge“ am Bug auf Deck 12 hinunter und genießen dort die Ruhe und den Ausblick, der sich uns trotz Regen bietet.

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Das Bordprogramm entschädigt uns aber für das schlechte Wetter, denn während ich an einem geführten Kunstrundgang auf dem Schiff teilnehme, der mich absolut begeistert, wird in der „Waterkant-Bar“ das Champions-League Spiel Paris SG gegen Real Madrid gezeigt – und so sind alle glücklich! 😉

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Alle Seekranken freuen sich über eine ruhige Nacht im Hafen und wir hoffen auf besseres Wetter am zweiten Tag auf Madeira.

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Den Seetag auf dem Weg nach Madeira nutzten wir dazu, das Schiff ausgiebig zu erkunden, nachdem wir am Sonntag das Ablegen vom Hafen Las Palmas inkl. Poolparty sprichwörtlich verschlafen hatten.

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Das angenehme „In-den-Schlaf-Schaukeln“ hatte sich in der Nacht auf offener See zur Windstärke 5 mit ordentlichem Seegang entwickelt, so dass ein Großteil der Passagiere leider auf das fantastische Frühstücksbuffet verzichten musste.

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Wir als erfahrene „Seebären“ hatten damit aber keine Probleme und genossen unseren Schiffsrundgang.

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Dabei entdeckten wir nicht nur diese umweltfreundlichen Wasserspender auf den einzelnen Decks, sondern auch unzählige Kunstwerke wie den gelben Pinguin am Ausguck.

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Auch diese bunten Erdmännchen, die das Treiben am Pooldeck beobachten, wurden von der italienischen Künstlergruppe Cracking Art geschaffen.

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Um uns auf die Insel Madeira einzustimmen, wurde im Theater im Bug des Schiffes von einem Lektor ein sehr informativer Diavortrag präsentiert.

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Nach so viel Kultur wurde es dann höchste Zeit, um uns für das 5-Gänge-Dinner im Restaurant „aufzubrezeln“ 😉

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Unser Fazit:

Trotz des für uns Bayern etwas kühlen hanseatischen Ambientes hat die MeinSchiff4 sehr viel Charme. Der Service an Bord und die Qualität der Speisen und Getränke sind ausgezeichnet. Absolut überzeugt hat uns auch die Sauberkeit der Kabine und sämtlicher Einrichtungen an Bord.

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Nachdem nun ca. 1.700 Fotos gesichtet sind, beginne ich jetzt endlich mit meinem versprochenen Reiserückblick.

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Bei winterlichen Temperaturen starteten wir unsere Reise am Flughafen München und nach 5 Stunden Flug landeten wir in Las Palmas auf Gran Canaria.

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Nachdem wir die endlose Warterei am Kofferband überstanden und auch glücklich den Linienbus zum Hafen gefunden hatten, stand einer Erholung an Bord nichts mehr im Weg.

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Die Größe eines Kreuzfahrtschiffs ist immer wieder überwältigend, vor allem, wenn man so dicht davor steht.

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Die Einschiffung erfolgte sehr professionell und ohne Wartezeit und schon konnten wir den Ausblick von unserer Kabine auf Deck 10 genießen.

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Der Blick auf die Aida wurde uns während der nächsten zwei Wochen noch öfters geboten 😎

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Nach einem hervorragenden Abendessen im Buffetrestaurant „Anckelmannplatz“ und der obligatorischen Seenotrettungsübung fielen wir todmüde ins Bett und ließen uns sanft in den Schlaf schaukeln.

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Gesundheitlich etwas angeschlagen ging es Anfang März auf Kreuzfahrt zu den kanarischen Inseln mit Madeira und Marokko. An dem Reisebericht arbeite ich noch, aber ein paar Eindrücke zeige ich schon mal im Monatsrückblick, der noch weitere schöne Erlebnisse wie den Spaziergang über den Alten Südlichen Friedhof und einen Ausflug zum Tegernsee am Karfreitag bereit hielt.

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Und er kam zu den Jüngern und fand sie schlafend, und er sprach zu Petrus: „Konntet ihr denn nicht auch nur eine Stunde mit mir wachen?„

Im Rahmen des Faust-Festivals präsentieren sich die „Fünf Höfe“ frei nach Johann Wolfgang von Goethes „Osterspaziergang“ im Blumenkleid.

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Da liegt es nah, sich den Monolog
Vom Eise befreit…
(aus Faust I, Vers 903-940, 1808) wieder mal ins Gedächtnis zu rufen.

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen, finsteren Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häusern dumpfern Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes-Banden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straße quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle an’s Licht gebracht.

Sie nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß in Breit‘ und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen,
Entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein;
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

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