L wie Literatur


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Der neue Admin-Bereich bei WP ist für mich – vor allem nach meiner längeren Pause! – etwas gewöhnungsbedürftig, aber Herausforderungen sind schließlich dafür da, um angenommen zu werden! 🙂

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Als Werbung für ihr neues Frühjahrsprogramm hat die MVHS München den berühmten Slogan der Bundeskanzlerin sogar in 7 Fremdsprachen (plus bayrisch!) übersetzt – wenn das kein Ansporn ist! 😀

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Rechtzeitig vor den Feiertagen wurde mein Wunschtitel geliefert … jetzt kann Weihnachten kommen! 🙂

… oder weiß jemand eine bessere Übersetzung für diesen lateinischen Spruch? 😉

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Nachtrag: Die korrekte Übersetzung ist hier nachzulesen. Dort wird auch erklärt, warum die Arbeit der mittelalterlichen Schreiber so anstrengend war – da lob ich mir doch das Zehn-Finger-System an der PC-Tastatur! 😀

Weil das Wetter an diesem Wochenende weder zum Bergwandern noch zu einer Radltour einlud, hab ich mich ganz spontan einem Stadtführungs-Spaziergang durch West-Schwabing angeschlossen, der von Stattreisen angeboten wurde.

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Bis zu seiner Eingemeindung Ende des 19. Jahrhunderts hat der als „Münchner Bohème-Viertel“ zu literarischer Berühmtheit gelangte Stadtteil noch ein ruhiges Leben als kleines Bauerndorf vor den Toren der Stadt geführt.

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Genauso wie im Englischen Garten markiert die Burgfriedensäule am Elisabethplatz heute noch die Stelle, wo die Grenze zu Münchens war.

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Beim Spaziergang durch Schwabing trifft man auf Fassaden, die im Jugendstil gestaltet wurden. Diese kunstgeschichtliche Epoche, die auch als „Art nouveau“ bekannt wurde, erhielt ihren Namen durch die 1896 gegründete Münchner illustrierte Kulturzeitschrift „Jugend“.

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Dass aus dem ehemaligen Bauerndorf bald eine beliebte Wohngegend wurde, zeigen die im Historismus gestalteten herrschaftlichen Gebäude.

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Natürlich gehörte damals zum gehobenen Lebensstil auch eine Dienstbotenwohnung über der Remise, wo die Kutschpferde untergebracht waren.

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Auf unserem Spaziergang trafen wir auf die ehemaligen Wohnorte berühmter Maler und Literaten, und fanden auch eine Hinweistafel zur berühmt-berüchtigten Schwabinger „Skandal-Gräfin“, die diesen Namen wohl vor allem wegen ihrer damals revolutionären Ansichten zum Thema „Männer“ erhalten hatte.

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Es wurde aber nicht nur von der Vergangenheit erzählt, sondern wir erlebten Schwabing auch als modernes Viertel, in dem sich noch kleine selbstständige Läden wie z.B. die Buchhandlung Lehmkuhl halten können.

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Dass sich die Zeiten inzwischen doch sehr geändert haben, zeigt nicht zuletzt, dass im ehemaligen „Milchhäusl“ am Elisabethmarkt inzwischen ein Lokal mit Biergarten eingezogen ist. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bau nämlich vom Arzt und Abstinenzler Carl Brendel angeregt, der persönlich darüber wachte, dass hier jeden Morgen ab 5 Uhr früh Milch ausgegeben wurde, weil er sich die „Eindämmung des Völkergifts Alkohol“ zum Ziel gesetzt hatte.

Und weil die Milch heute noch gesund ist – und weil’s gestern so kalt war! – hab ich mir dort im „Milchstandl“ einen warmen Milchkaffee (natürlich mit Apfelkuchen!) schmecken lassen … 🙂

Widder

Widderköpfe am Obelisk auf dem Karolinenplatz

Mit dem Frühlingsbeginn am 21. März trat die Sonne in das Tierkreiszeichen „Widder“ ein, mit dem ein neuer Zyklus beginnt. Passend dazu boten die „Stadtspürer“ am Samstag eine Führung mit dem Thema „Sonne, Mond und München“ an. Meine – ziemlich naive – Erwartung war, dass wir uns bei diesem Spaziergang auf die Suche nach Abbildungen der verschiedenen Tierkreiszeichen im Stadtbild begeben würden.

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Das Zwillingspaar Castor & Pollux vor der Akademie der Künste

Umso erstaunter war ich, bei diesem Rundgang einen völlig neuen Blick auf die mir so vertrauten Straßen und Plätze zu bekommen, denn der gesamte Tierkreis selbst lässt sich in der Struktur der Altstadt erkennen. Auf unserem – natürlich im Osten beginnenden! – Weg begegneten wir im traditionsbewussten und trotzdem weltoffenen Angerviertel den Tierkreiszeichen Widder, Stier und Zwillinge, im ehemals von Handwerkern geprägten Hackenviertel entdeckten wir die Sternzeichen Krebs, Löwe und Jungfrau.

Ich freu mich schon sehr auf den zweiten Teil, der dann durch das Kreuzviertel und die Graggenau auf der Suche nach Waage bis Fische führt – der Termin steht leider noch nicht fest, aber ich werde berichten!

So ein feuerroter Sonnenaufgang, den ich als Langschläferin nur selten erlebe, tröstet mich etwas über die kurzen Tage im Winter hinweg.

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„Zu Stephani a Muckngahn, zu Neujahr a Hahnentritt, zu Heilig Drei König a Hirschensprung und zu Maria Lichtmess a ganze Stund.“

Mit dieser Bauernregel wird erklärt, wie schnell sich die Länge des Tages seit der Wintersonnenwende vergrößert: Am 26. Dezember (St. Stephan) einen Mückenschritt, zu Neujahr einen Hahnentritt, am 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) einen Hirschsprung, und bis zum 2. Februar (Mariä Lichtmess) wird der Tag schon eine ganze Stunde länger sein.

Und wenn dann am 30. März die Uhren wieder auf „Sommerzeit“ umgestellt werden, verschlafe ich wahrscheinlich die Chance, einen Sonnenaufgang zu erleben, wieder … 😉

Ob man am 1. Januar schon die Weihnachtsdekoration aus der Wohnung verschwinden lässt, ist Geschmacksache. Ich persönlich genieße dieses „Atemholen“, wenn die Festtage vorbei sind und langsam der Alltag wieder einkehrt und zünde abends gerne nochmal die Kerzen an meinen Christbaum an.

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Die Zeit zwischen Heiligabend und dem Fest der „Heiligen Drei Könige“ kennt man auch unter dem Begriff der „Raunächte“. Allen, die diese 12 Tage – oder besser gesagt – Nächte bewusst erleben und ihren Zauber besser verstehen möchten, empfehle ich Christopher Weidners Buch Raunächte.

Auch auf seiner Facebook-Seite Mystisches München – Die Stadtspürer veröffentlicht er seit Heiligabend täglich Gedanken zu den einzelnen Nächten – so beschreibt er z. B. den Neujahrstag als „Tag der Ruhe nach dem Sturm. […] Wenn sich dann der Abend wieder senkt und die neunte Raunacht beginnt, kommen wir langsam, aber sicher im neuen Jahr an.“

Ich wünsch euch allen ein gutes Ankommen in 2014!

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