W wie Wittelsbacher


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Rechtzeitig vor den Feiertagen wurde mein Wunschtitel geliefert … jetzt kann Weihnachten kommen! 🙂

Mein heutiges „Montagsherzerl“ für Frau Waldspecht habe ich aus der Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee mitgebracht, die bis 1803 Klosterkirche der bedeutendsten Benediktinerabtei Oberbayerns war.

Anlässlich ihres 1000jährigen Bestehens im Jahr 1746 wurde die Kirche im Stil der Barockzeit renoviert, doch nur ein halbes Jahrhundert später fiel das Kloster der Säkularisation zum Opfer.

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1817 kaufte König Max I. Joseph (reg. 1799-1825) die Reste der Anlage und ließ das ehemalige Kloster zur königlichen Sommerresidenz umbauen.

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Die königliche Familie zog viele weitere Besucher nach, die als „Sommerfrischler“ ins Tegernseer Tal kamen, das bis heute eines der beliebtesten Fremdenverkehrsziele in Oberbayern ist.

Pünktlich zum Herbstbeginn zeige ich euch heute ein paar Fotos von einer Radltour durch München, als sich Anfang September die Sonne wirklich mal für ein paar Stunden sehen ließ.

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Im Englischen Garten blühten bereits die Herbstzeitlosen, die uns zeigen, dass der Sommer – der eigentlich gar keiner war – nun endgültig vorbei ist.

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Da man im Nymphenburger Schlosspark nicht Fahrrad fahren darf, umrundeten wir den Park entlang der Schlossmauer.

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Der südöstliche Eingang erinnert an die Sopranistin Maria Margarethe Danzi, die als eines der vielen kulturellen „Mitbringsel“ des Pfälzer Kurfürsten Karl Theodor nach München kam.

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„Dank“ des feuchten Sommers blühen immer noch die Sonnenblumen auf einem Feld vor dem Schloss Blutenburg.

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Bekannt ist das ehemalige Jagdschloss vor allem durch seine spätgotische Kapelle, die noch weitgehend in ihrer ursprünglichen Form erhalten blieb.

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Tragische Berühmtheit erhielt die mittelalterliche Burg durch ihre ehemaligen Bewohner, den Wittelsbacher Herzog Albrecht III und seine Geliebte, die Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer.

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Eine Hommage an das Liebespaar, das um 1430 auf der damaligen „Pluedenburg“ glücklich gelebt hatte, ist dieses vom niederbayerischen Bildhauer Joseph Michael Neustifter gestaltete Denkmal, das witziger Weise – und geschichtlich korrekt! – die beiden in einer Badewanne zeigt.

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Leider durften wir kurz darauf selbst eine „Dusche“ genießen, weil sich diese Wolke zu einem gewaltigen Gewitter entwickelte und wir deshalb unsere Radltour vorzeitig abbrechen mussten.

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Für die Aktion „Send me an Angel“ bei Sabienes Traumalbum zeige ich euch heute einen „königstreuen“ Engel, der mir jedes Mal auffällt, wenn ich mit der Tram an diesem Eckhaus vorbeifahre. Mit dem Reliefporträt des Prinzregenten Luitpold wollten die Bewohner der Ende des 19. Jahrhunderts im neubarocken Stil gebauten Villa wohl ihre Verbundenheit mit dem Haus Wittelsbach demonstrieren.

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Wo genau sich das Gebäude befindet, verrate ich jetzt noch nicht, denn um zu sehen, ob hier überhaupt noch ein paar München-Kenner mitlesen, mach ich jetzt einfach ein Rätsel daraus:

Wem ist denn dieser Engel auch schon mal aufgefallen?

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Gerne beteilige ich mich an der Aktion „Send me an angel“ von Sabienes Traumalbum mit diesem mittelalterlichen Wappenschild Ludwig IV., das von zwei Engeln gehalten wird.

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Gefunden hab ich es beim Besuch der absolut sehenswerten Bayerischen Landesausstellung in Regensburg.

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An drei verschiedenen Ausstellungsorten wird dort das Leben des ersten bayerischen Kaisers nachgezeichnet, das von Zeitgenossen mit dem Flug eines Adlers beschrieben wurde.

Als sich vor fast 300 Jahren Kurfürst Maximilian II. Emanuel im Nymphenburger Schlosspark die Badenburg bauen ließ, war dies für seine Zeitgenossen wohl nur ein weiteres Zeichen seiner Exzentrik.

Das Vergnügungsschloss betritt man durch den Festsaal, der mit prächtigen Stukkaturen und einem Gewölbefresko ausgestattet ist.

Ein mit Affenszenen verzierter Plafond schmückt einen Raum des kurfürstlichen Appartements, das aus vier mit chinesischen Papiertapeten ausgestatteten Räumen besteht.

Im Untergeschoss befindet sich ein 8,70 mal 6,10 Meter großes und 1,45 Meter tiefes Becken, in dem man schwimmen könnte. Nymphen und Najaden zieren die Decke des mit Stuckmarmor verkleideten Badesaals, der mit friesischen Kacheln ausgeschmückt ist und sogar über eine Galerie für Gäste verfügt.

Seit dem Mittelalter hatte man sich förmlich in eine regelrechte Wasserphobie hineingesteigert, denn Wasser galt als Keim aller Krankheiten, was zumindest bei Pest und Cholera ja auch zutraf.

Da die Menschen im Zeitalter des Barock immer noch fürchteten, dass über das Wasser durch die Poren der Haut Krankheiten übertragen würden, betrieben sie die Körperpflege fast ohne Wasser. Sie rieben sich nur mit feuchten Tüchern ab und zogen das Pudern dem Baden eindeutig vor.

Vor diesem geschichtlichen Hintergrund ist es umso erstaunlicher, dass mit dem von Joseph Effner in den Jahren 1719 bis 1721 geschaffenen Bauwerk das erste beheizbare Hallenbad der Neuzeit, das ausschließlich dem Badevergnügen am Hof dienen sollte, entstand.

Aufmerksamen Lesern meines Blogs sollte diese Kirche bekannt sein.

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Wer sie nicht kennt: Der Eingang führt in die Griechisch-Orthodoxe Kirche „Zum Erlöser“, den Münchnern aber besser als Salvatorkirche bekannt.

Während es heute fast unmöglich ist, in der Altstadt eine bezahlbare Wohnung zu finden, war die größte Sorge der Menschen im ausgehenden Mittelalter, einen Begräbnisplatz auf dem Friedhof einer der beiden damals bestehenden Stadtpfarrkirchen St. Peter oder der Frauenkirche zu bekommen. Herzog Albrecht IV. ließ deshalb bereits 1493 im Norden der Altstadt entlang der Stadtmauer einen Friedhof mit einer Kirche erbauen, die „Unser lieben Frauen Gottesackerkirche“ genannt wurde.

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Teil dieser Stadtmauer war der „Jungfernturm“, der dort für die Stadtbefestigung ein gewaltiges Bollwerk darstellte. Das vierstöckige Bauwerk überquerte den Zwinger, der sich zwischen den beiden parallel verlaufenden Mauern befand.

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Der „Jungfernturm“ soll seinen Namen durch ein Marterwerkzeug, die sogenannte „Eiserne Jungfrau“ erhalten haben, da angeblich bis ins 18. Jahrhundert in diesem Turm heimliche Hinrichtungen stattgefunden haben. Doch wie der Münchner so schön sagt: „Wos Gwieß‘ woaß ma ned …“

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Bei einem Besuch der über die Jahrhunderte gewachsenen Residenz bekommt man einen Eindruck der verschiedenen Architekturstile von der Renaissance über Barock und Rokoko bis zum Klassizismus. Das größte Stadtschloss Deutschlands besteht aus einem Gebäudekomplex mit 130 Schauräumen und 10 Innenhöfen, allerdings sind wegen Renovierungsarbeiten derzeit „nur“ etwa 90 Räume für die Öffentlichkeit zugänglich.

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Aufsichtspersonal in gedeckter Kleidung und einem „Münchner-Kindl-Logo“ sorgt dafür, dass sich niemand verläuft oder den wertvollen Ausstellungsstücken zu nahe kommt. Wenn man Glück hat, trifft man dabei die Freidenkerin, die dort voller Begeisterung aufpasst und mit wunderschönen Fotos von ihren Diensten berichtet.

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1602 erhielt der heute als „Schwarzer Saal“ bekannte Raum seine illusionistische Architekturmalerei und wurde deshalb auch als „Perspektiv-Saal“ bezeichnet.

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Zur gleichen Zeit entstanden die beeindruckenden Steinzimmer im nach dem späteren Kurfürsten Maximilian I. als Maximilianische Residenz benannten Erweiterungsbau.

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Der streng gläubige Kurfürst ließ sich in seinem Trakt die Reiche Kapelle als persönlichen Andachtsraum gestalten. Wer heute über den Prunk den Kopf schüttelt, muss sich in die Zeit des 30jährigen Kriegs versetzen, als der Glaube noch eine ganz andere Priorität hatte und es ein Ausdruck der Verehrung Gottes war, die Kirchen mit den wertvollsten Kunstgegenständen auszustatten.

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Einen Eindruck von der höfischen Wohnkultur des beginnenden 19. Jahrhunderts vermitteln schließlich die Hofgarten- und Charlottenzimmer, in denen Einrichtungsgegenstände aus dem Besitz des ersten bayerischen Königs Max I. Joseph und seiner Familie zu sehen sind.

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Besonders reizend ist die Porzellanbemalung dieses Toilettentischchens mit den Enkelkindern des Königs, die aus der Verbindung seiner Tochter Auguste Amalia mit dem Stiefsohn Kaiser Napoleons, Eugène de Beauharnais, hervorgingen.

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In der Parkanlage „Marienhof“ hinter dem Neuen Rathaus lässt sich heute nicht mehr erkennen, dass es hier bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg noch mittelalterliche Bebauung gab. Entlang der ersten Stadtmauer verlief dort auch die Judengasse, an der die 1380 errichtete erste Münchner Synagoge stand.

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1442 ließ Herzog Albrecht III. – genannt »der Fromme« – die Juden aus Bayern ausweisen und Münchens erste Synagoge wurde zu einer Marienkirche geweiht.

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Diese 1340 aus Pappelholz gestaltete Pietà wurde in der ehemaligen Synagoge aufgestellt, und ermöglichte die Umwandlung des jüdischen Gebetshauses in einen christlichen Ort der Marienverehrung. Die Münchner nannten sie „Gruftkirche“ und aus der Judengasse wurde die „Gruftstraße“.

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Als die Gruftkirche Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation abgerissen wurde, brachten Mitglieder der Metzger-Zunft die Pietà in ihre Wallfahrtskirche nach Salmdorf bei Riem.

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Dort ist das ergreifende gotische Andachtsbild heute noch zu sehen, was fast an ein Wunder grenzt, wenn man die Kirchenkunst des Barock dazu vergleicht, in der das Leiden Christi von Engeln verklärt dargestellt wird.

–> Weitere Gedanken zum Karfreitag und der Salmdorfer Pietà

Die letzte sonnige Oktoberwoche haben wir noch für einen Kurzurlaub in die „klimatisch bevorzugte Gegend Deutschlands“ genutzt.

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Dabei konnten wir in Speyer bei einem „Treppehockerbrot“ nicht nur die Pfälzer Leberwurst, sondern auch die Redensart, dass ein Glas nie halb leer, sondern immer noch „halwer voll“ ist, genießen … 😉

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Das eigentliche Ziel unserer Reise waren aber die Pfälzer Wittelsbacher, auf deren Spuren wir natürlich auch den Speyerer Dom besichtigten.

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Obwohl sich bereits im 14. Jahrhundert die pfälzische von der bairischen Linie der Wittelsbacher trennte, bestanden enge verwandtschaftliche Beziehungen, die dazu führten, dass schließlich der Pfälzer Max IV. Joseph der erste bairische König wurde. Sein Sohn, König Ludwig I., schrieb 1809 „Pfalz, dich lieb ich“, und dem kann man nur zustimmen!

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Mitten in den Weinbergen kann man heute noch seinen im klassizistischen Stil erbauten Sommersitz, die Villa Ludwigshöhe besichtigen.

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Dabei hatten die Pfälzer einige Probleme mit seinem Regierungsstil, der viele durch die französische Revolution errungenen Rechte wie z.B. die Pressefreiheit wieder stark einschränkte, was schließlich 1832 beim Hambacher Fest deutlich zum Ausdruck kam.

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10 Jahre später schenkten die königstreuen Eigentümer des Hambacher Schlosses die Burgruine dem späteren König Maximilian II. zur Hochzeit, der es allerdings nie bewohnte.

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Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und sich näher mit der Geschichte der Wittelsbacher am Rhein beschäftigen möchte, dem kann ich die Mannheimer Ausstellung, die noch bis zum 2. März 2014 im Zeughaus …

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… und im Barockschloss stattfindet, nur wärmstens empfehlen.

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Und wenn man wie wir Glück mit dem Wetter hat,

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dann kann man noch einen Abstecher nach Heidelberg machen, und sich bei einem Spaziergang am Neckar …

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… entlang des Philosophenwegs die nötige Bewegung verschaffen, um sich abends ohne schlechtes Gewissen in einer „Besenwirtschaft“ ein paar Schoppen schmecken zu lassen … 😀

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