U wie unterwegs


Bei traumhaftem Wetter starten wir in das neue Jahr mit einem Spaziergang zum Kloster Reutberg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

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Natürlich waren wir nicht die einzigen Münchner Ausflügler, die an diesem herrlichen Tag das bayerische Oberland als Ziel gewählt hatten, so die Parkplätze am Bräustüberl bereits überfüllt waren.

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Wir fuhren deshalb weiter bis zum Friedhof in dem kleinen Dorf Sachsenkam, der sich als Ausgangspunkt für eine Wanderung rund um den Kirchsee anbietet.

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Der See hat erst eine hauchdünne Eisschicht, so dass die Schlittschuhläufer noch etwas Geduld brauchen.

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Das Bergpanorama im Hintergrund und der glitzernde Neuschnee sorgte für unzählige Fotomotive.

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Dieses Marterl am Weg erinnerte daran, dass es langsam Zeit zur Einkehr wurde.

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Das Maria Verkündigung geweihte Kloster wurde 1618 durch Johann Jakob und Anna von Papafava, Hofmarksherren von Reichersbeuern und Sachsenkam, zunächst als Kapuzinerinnenkloster gegründet, die Ordensmitglieder wechselten jedoch 1651 zu den Franziskanerinnen. Obwohl das Kloster 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde, blieben die Kirche und das Klostergebäude erhalten. 1835 erlaubte König Ludwig I. von Bayern die Wiedererrichtung des Klosters und die Einrichtung einer Mädchenschule, die von 1837 bis 1958 bestand.

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Da die im Jahr 1677 von den Franziskanerinnen gegründete Brauerei noch heute als Genossenschaft besteht, kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz … 😉

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Übersetzung: „Lieber verrenkt sich (der Bayer) den Magen, als dem Wirt was zu schenken“

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Inzwischen hatte sich der Himmel schon rosa verfärbt und es war merklich kühler geworden.

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Während der fast volle Mond schon aufgegangen war, stapften wir bei klirrender Kälte zurück zum Parkplatz – sche war’s! 🙂

Auf dem Weg zum „Weihnachtsmarktl“ in Markus Wasmeiers Museumsdorf entdeckten wir bei einem Spaziergang am Schliersee dieses Kunstwerk im See.

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Anlässlich des Schlierseer Kultur-Herbsts mit dem Thema „Menschen und Götter am See“ gestaltete der Bildhauer Otto Wesendonck diese Skulptur, die sich frei im Wind bewegt.

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Auf dem stimmungsvollen Weihnachtsmarkt wird Kunsthandwerk in den historischen Gebäuden angeboten, so dass niemand frieren muss.

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Mit diesen „Modeln“ stellte man Weihnachtsgebäck her, das auch als Baumschmuck diente.

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Vielleicht sollte man dieses Kraut großflächig anbauen 😉

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Natürlich fehlten auch die Kripperl nicht, wo in alpenländischer Tradition die Weihnachtsgeschichte in den Bauerndörfern stattfindet.

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Auch wenn das Schreiben heutzutage nicht mehr so anstrengend wie im Mittelalter ist, hat es jetzt doch zwei Wochen gedauert, bis ich endlich den geplanten Beitrag über einen Studientag zur Romanik in Regensburg veröffentliche.

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Da München zur Zeit des Frühmittelalters gerade erst gegründet war und damals zum Großteil aus Holzhütten bestand, muss man sich schon in eine der damals wichtigsten Metropolen Europas begeben, um romanische Bauten zu erkunden.

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Nicht nur Karl der Große und viele andere bedeutende Herrscher besuchten im Mittelalter die Stadt an der Donau, sie zog auch irische Wandermönche an, die über Schottland auf das Festland kamen und in Regensburg ihr Mutterkloster St. Jakob gründeten.

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Diese Reliefplastik zeigt den Mönch namens Rydan, der vermutlich tatsächlich gelebt hat und sich durch den Schlüssel als Baumeister oder Pförtner des Klosters ausweist.

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(Klick ins Foto zum Vergrößern

In keinem anderen Ort Deutschlands ist ein vergleichbares romanisches Portal erhalten, nur das benediktinische Kloster Santa Maria de Ripoll in Katalonien besitzt ein ähnlich kunstvolles Relief aus dem 12. Jahrhundert an seiner Eingangsfront.

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Die Figuren an dem als „Schottenportal“ bekannten Relief am Eingang der Kirche sind heute nicht mehr leicht zu deuten, vermutlich handelt es sich um die Vorstellung von Himmel und Hölle …

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… und mythologische Tieren als Symbole der Todsünden.

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Eine noch ältere Geschichte hat das ehemalige Benediktinerkloster St. Emmeram, das seit Anfang des 19. Jahrhunderts der Familie Thurn und Taxis als Fürstensitz dient.

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In der Kirche sind noch drei Krypten aus dem 8., 10. und 11. Jahrhundert erhalten, die diesen Ort zu einem einzigartigen Zeugnis der Romanik in Deutschland machen.

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Als Bischofssitz stand Regensburg jahrhundertelang mit seinen Bauvorhaben in einer gewissen Rivalität zu den Klöstern, ein Beispiel dafür ist die romanische Allerheiligenkapelle am Domkreuzgang.

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Dass zu dieser Zeit italienische Baumeister mit dem Bau betraut waren, erkennt der Architekturstudent am „lombardischen Bogenfries“, der uns als eindeutiges Zeichen für die Romanik erklärt wurde.

Wenn sich die Tage herbstnebelgrau auf die Stimmung schlagen und mir sogar die Lust am Bloggen vergeht, gibt es nur eine Lösung: Auf nach Spitzing!

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Denn genau am Spitzingsattel auf 1129 Metern Meereshöhe öffnete sich für uns die Nebelwand, so dass wir den strahlend blauen Gebirgssee in seiner ganzen Schönheit genießen konnten.

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Die Badesaison ist nun eindeutig zu Ende, …

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… denn nun hat die Zeit der Schneemänner begonnen!

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Da bleibt für den Erpel nur, vom vergangenen (oder nächsten?) Sommer zu träumen … 😉

Wie jedes Jahr grassierte auch heuer wieder die „Nach-Wiesn-Grippe“ in München, die auch mich mit voller Wucht erwischt hat. Um die Erkältung schnell los zu werden, wird viel Bewegung an der frischen Luft empfohlen, und zwar am besten außerhalb der von Viren und Bakterien „verseuchten“ Großstadt!

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Wir haben als Ziel den Tegernsee gewählt, der von München aus in einer halben Stunde zu erreichen ist.

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Beim Duft der letzten Rosen dieses Sommers kann man dort die Seele so richtig baumeln lassen.

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Die sonnigen Tage der letzten Wochen haben uns für den verregneten Sommer ein bisserl entschädigt.

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Sogar der Mohn blüht noch und will es nicht wahrhaben, dass der Sommer endgültig vorbei ist.

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Doch die Herbstfärbung hat in den Bergen schon längst begonnen und bringt das Dunkelblau des Tegernsees so richtig zum Leuchten.

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Dank eines neuen Stegs kann man nun ohne Verkehrsbelästung direkt am bzw. auf dem See entlang spazieren.

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Den Wasservögeln gefällt’s auch in der Herbstsonne.

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Welches Ziel wir zur Einkehr gewählt haben, lässt sich hier schon erahnen … 😉

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Direkt am Seeufer mit eigenem Schiffsanlegesteg …

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… erheben sich die Türme der ehemaligen Benediktinerabtei.

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Wo ein Kloster ist, darf natürlich ein Bräustüberl nicht fehlen … schließlich soll man ja bei einer Erkältung viel trinken! 🙂

P1050549 Die Blätter fallen,
fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln
ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten
fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen.
Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an:
es ist in allen.

Und doch ist Einer,
welcher dieses Fallen
unendlich sanft
in seinen Händen hält.

Mit diesen wunderbaren Worten hat Rainer Maria Rilke in seinem 1902 erschienene Gedicht nicht nur den Herbst beschrieben, sondern er vergleicht die Jahreszeit auch mit der Vergänglichkeit des Lebens.

Die Gedenktafel ist in der Ainmillerstraße 34 zu finden, wo er bis zu seiner Auswanderung in die Schweiz gewohnt hatte.

Dass sich der Schriftsteller und Lyriker bereits zu Lebzeiten mit dem eigenen Tod auseinandergesetzt hat, zeigt sich daran, dass er sich selbst seine Grabstätte in Raron im Schweizer Kanton Wallis ausgesucht hat.

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Das Grab befindet sich an der Mauer der spätmittelalterlichen Kirche, die hoch über dem Ort auf einem Burghügel thront, …

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… und ist bereits von weitem mit guten Augen (oder einem ausreichenden Tele) zu erkennen.

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Obwohl unser Besuch im herzigen Museum in Schliersee eine wahre Fundgrube für verrostete Objekte war, hab ich nun tatsächlich den Ultimo des Monats Septembers verschlafen, so dass mein Beitrag für Frau Tonaris „Rostparade“ erst heute erscheint.

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Dieses verrostete Scharnier hat zwar schon bessere Zeiten gesehen …

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… aber es hält immer noch die Tür an diesem Schäferwagen, der nun im Museum seinen wohlverdienten „Ruhestand“ genießen darf.

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Und da am Montag noch kein „Ultimo“ war, zeige ich halt heute zum Ausgleich für die Verspätung noch eine „herzige“ verrostete Zugabe … 😉

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