G wie Gebäude


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Es wäre naheliegend, die Sichel in der Hand der weiblichen Figur als Halbmond zu deuten, zumal sich dieser markante Fassadenschmuck in der Türkenstraße 16 befindet. Betrachtet man aber die Figur an der anderen Ecke des Gebäudes etwas genauer, so kann man eine Kette und ein Pferd erkennen, womit eindeutig der Heilige Leonhard gemeint ist, der wie sein weibliches Pendant Notburga vor allem von der ländlichen Bevölkerung verehrt wurde.

Das heute als “Officium” bezeichnete Gebäude wurde nämlich vor fast 100 Jahren als “Haus der landwirtschaftlichen Genossenschaften”” erbaut. Bis 1977 war dort der Sitz des Bayerischen Raiffeisenverbands, was die volkstümlichen Heiligen an der Fassade erklärt.

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In der Barockzeit wurde Schloss Nymphenburg als reines Sommerschloss genutzt und fiel während der kalten Jahreszeit regelmäßig in einen Winterschlaf.

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Heutzutage nimmt spätestens nach dem Oktoberfest die Anzahl der Touristenbusse, die täglich das Schlossrondell anfahren, merklich ab, was aber den Schwänen und Gänsen figurtechnisch sicher gut tut … :-)

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Doch nicht nur Wasservögel bevölkern den Park im Winter …

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… denn auf den stillen Spazierwegen begegnet man auch anderen Kreaturen.

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Im Gartenparterre der Schlossanlage ersetzen jetzt Schneemänner die barocken Götterfiguren, die in ihren Holzhäuschen warm eingepackt auf den nächsten Frühling warten.

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Im Schlosspark findet man nicht nur architektonische Schätze wie die im Rokoko-Stil erbaute Amalienburg, die dem Kurfürstenpaar als Jagdschlösschen diente, …

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… denn von diesem Balkon aus konnte die jagdbegeisterte Kurfürstin praktischerweise auf Fasane und anderes Niederwild schießen.

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Heute dient der Park nur noch der Erholung und dem Naturschutz wie diese Buche, die bereits als Naturdenkmal gekennzeichnet ist.

Pünktlich zum 2. Weihnachtsfeiertag hat es jetzt doch noch geschneit.

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Genauso wie das mit Puderzucker bestäubte Lebkuchenhaus dürfte Schloss Nymphenburg heute ausschauen (das werde ich gleich bei einem Spaziergang überprüfen!)

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Und wer Weihnachten in den Bergen verbringen kann, sitzt wohl gerade vor so einer verschneiten Skihütte :-)

Dank meiner lieben Freundin, die nicht nur die Teekultur pflegt, sondern auch eine begnadete Bridge-Spielerin ist, hatte ich gestern das Vergnügen, beim jährlichen Silbertee im Kaisersaal der Residenz teilnehmen zu dürfen.

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Bereits zum 65. Mal lud gestern der Deutsch-Amerikanische Frauenclub München e. V. zu dieser Wohltätigkeitsveranstaltung, um mit Spenden den Studentenaustausch mit den USA und karitative Einrichtungen im Raum München zu unterstützen.

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Auf der festlich gedeckten Tafel im historischen Ambiente werden die von den Damen des Clubs selbst zubereiteten Kanapees auf Silberplatten präsentiert.

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Und so öffnen sich jedes Jahr die prächtig mit Stuckmarmor und Scagliola verzierten Portale des Kaisertrakts der Residenz für die Gäste aus Politik, Wirtschaft und der feinen Münchner Gesellschaft … und vielleicht darf ich ja im nächsten Jahr auch wieder dabei sein! :-)

Bei diesem Motiv musste ich natürlich sofort an Kalles Katzen denken, aber es eignet sich natürlich auch als Beitrag für Veras Fenster;-)

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Die Fassade des im neoklassizistischen Jugendstil erbauten Mietshauses zieren Pilaster und fantasievoller Stuckdekor, und auch die Eingangstür kann sich sehen lassen. Es wurde 1899 vom Architektenduo Henry Helbig und Ernst Haiger entworfen und ist in Schwabing, in der Römerstraße 11 zu finden.

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Diesmal zeige ich für Ruthies Projekt “I see faces” den Pfosten eines Gartenzauns, der mich während eines Spaziergangs in der Mittagspause angelacht hat.

Das Gebäude am Karolinenplatz 5a lässt mit seinem großzügigen Vorgarten noch der Gartenstadtcharakter, der ursprünglich als Bauweise für die Villen entlang der Brienner Straße geplant war, erahnen.

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Weil das Wetter an diesem Wochenende weder zum Bergwandern noch zu einer Radltour einlud, hab ich mich ganz spontan einem Stadtführungs-Spaziergang durch West-Schwabing angeschlossen, der von Stattreisen angeboten wurde.

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Bis zu seiner Eingemeindung Ende des 19. Jahrhunderts hat der als “Münchner Bohème-Viertel” zu literarischer Berühmtheit gelangte Stadtteil noch ein ruhiges Leben als kleines Bauerndorf vor den Toren der Stadt geführt.

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Genauso wie im Englischen Garten markiert die Burgfriedensäule am Elisabethplatz heute noch die Stelle, wo die Grenze zu Münchens war.

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Beim Spaziergang durch Schwabing trifft man auf Fassaden, die im Jugendstil gestaltet wurden. Diese kunstgeschichtliche Epoche, die auch als “Art nouveau” bekannt wurde, erhielt ihren Namen durch die 1896 gegründete Münchner illustrierte Kulturzeitschrift “Jugend”.

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Dass aus dem ehemaligen Bauerndorf bald eine beliebte Wohngegend wurde, zeigen die im Historismus gestalteten herrschaftlichen Gebäude.

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Natürlich gehörte damals zum gehobenen Lebensstil auch eine Dienstbotenwohnung über der Remise, wo die Kutschpferde untergebracht waren.

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Auf unserem Spaziergang trafen wir auf die ehemaligen Wohnorte berühmter Maler und Literaten, und fanden auch eine Hinweistafel zur berühmt-berüchtigten Schwabinger “Skandal-Gräfin”, die diesen Namen wohl vor allem wegen ihrer damals revolutionären Ansichten zum Thema “Männer” erhalten hatte.

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Es wurde aber nicht nur von der Vergangenheit erzählt, sondern wir erlebten Schwabing auch als modernes Viertel, in dem sich noch kleine selbstständige Läden wie z.B. die Buchhandlung Lehmkuhl halten können.

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Dass sich die Zeiten inzwischen doch sehr geändert haben, zeigt nicht zuletzt, dass im ehemaligen “Milchhäusl” am Elisabethmarkt inzwischen ein Lokal mit Biergarten eingezogen ist. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bau nämlich vom Arzt und Abstinenzler Carl Brendel angeregt, der persönlich darüber wachte, dass hier jeden Morgen ab 5 Uhr früh Milch ausgegeben wurde, weil er sich die “Eindämmung des Völkergifts Alkohol” zum Ziel gesetzt hatte.

Und weil die Milch heute noch gesund ist – und weil’s gestern so kalt war! – hab ich mir dort im “Milchstandl” einen warmen Milchkaffee (natürlich mit Apfelkuchen!) schmecken lassen … :-)

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