B wie Bier


Als der Maler Friedrich August von Kaulbach 1878 das hübsche Biermadl Coletta Möritz an ihrem Arbeitsplatz im Sterneckerbräu entdeckte und kurzerhand auf die Leinwand bannte, hätte er sich wohl kaum träumen lassen, dass ihr Konterfei noch heute die Wirtshausstuben schmückt.

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Das am 19. September 1860 im Landkreis Aichach als uneheliches Kind geborene Mädel erhielt bei ihrer Taufe den Namen der heiligen Nicoletta. Ihre Mutter zog bald nach München und ließ die Tochter bei den Armen Schulschwestern am Anger in die Schule gehen. Danach erlernte sie den Beruf der Kellnerin und machte – nicht zuletzt wegen ihrer für die damalige Zeit ziemlich freizügigen Darstellung der „Schützenliesl“ – eine steile Karriere. 1882 heiratete sie den Gastronomen Franz Xaver Buchner, bewirtschaftete mit ihm verschiedene bekannte Brauereien und Gaststätten in München und wurde später sogar eine beliebte Festwirtin auf dem Oktoberfest.

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image Wir haben das Jahr 2014 stilgerecht „obigschwoabt“ und Dank der geräuschvollen „herzigen“ Pfeiferl sämtliche böse Geister vertrieben … das neue Jahr kann kommen!

Ich wünsche all meinen Lesern Glück und Gesundheit – und falls ihr gute Vorsätze habt – viel Erfolg bei der Umsetzung! 🙂

Wie jedes Jahr grassierte auch heuer wieder die „Nach-Wiesn-Grippe“ in München, die auch mich mit voller Wucht erwischt hat. Um die Erkältung schnell los zu werden, wird viel Bewegung an der frischen Luft empfohlen, und zwar am besten außerhalb der von Viren und Bakterien „verseuchten“ Großstadt!

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Wir haben als Ziel den Tegernsee gewählt, der von München aus in einer halben Stunde zu erreichen ist.

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Beim Duft der letzten Rosen dieses Sommers kann man dort die Seele so richtig baumeln lassen.

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Die sonnigen Tage der letzten Wochen haben uns für den verregneten Sommer ein bisserl entschädigt.

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Sogar der Mohn blüht noch und will es nicht wahrhaben, dass der Sommer endgültig vorbei ist.

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Doch die Herbstfärbung hat in den Bergen schon längst begonnen und bringt das Dunkelblau des Tegernsees so richtig zum Leuchten.

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Dank eines neuen Stegs kann man nun ohne Verkehrsbelästung direkt am bzw. auf dem See entlang spazieren.

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Den Wasservögeln gefällt’s auch in der Herbstsonne.

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Welches Ziel wir zur Einkehr gewählt haben, lässt sich hier schon erahnen … 😉

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Direkt am Seeufer mit eigenem Schiffsanlegesteg …

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… erheben sich die Türme der ehemaligen Benediktinerabtei.

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Wo ein Kloster ist, darf natürlich ein Bräustüberl nicht fehlen … schließlich soll man ja bei einer Erkältung viel trinken! 🙂

Da ich es in den vergangenen zwei Wochen wirklich geschafft habe, meinen Blog „bierfrei“ zu halten, zeige ich euch zumindest zum Abschluss des Oktoberfests als „Montagsherzerl“ für Frau Waldspecht das diesjährige Wiesn-Motiv.

Das farbenfrohe Bild, mit dem in diesem Jahr für das größte Volksfest der Welt geworben wurde, zeigt ein küssendes Pärchen „ohne Hirn“, aber dafür mit Herz, Bier und Brezen! 🙂

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Dieser Engel wirbt für ein Bier, das es leider nicht auf der Wiesn zu trinken gibt, weil es nicht im Münchner Stadtgebiet, sondern direkt im Museumsdorf des ehemaligen Skirennläufers Markus Wasmeier in Schliersee gebraut wird.

Nur mit einem Schlierseer Trachtenhut bekleidet und einer Maß Bier in der Hand fühlt er sich anscheinend sehr wohl im Himmel, und deshalb schicke ich ihn diese Woche mit einem herzlichen Gruß aus Bayern an Sabienes Traumalbum.

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Ich wünsch euch allen einen schönen Maifeiertag!

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Ich werde jetzt eine Runde radeln, bevor ich dann aufpasse, dass es mir keine Kastanienblüten ins Bier regnet … 😀

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Was wäre passender als euch nach meiner langen Winterpause auf einen Frühlingsspaziergang durch München mitzunehmen?

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Beginnen wir also am Hofgartentor, Leo von Klenzes erstem Bauwerk in München, mit dem sich der geniale Architekt als Meister des Klassizismus bewies.

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Gleich hinter dem klassizistischen Eingangstor begegnen sich im Hofgarten mit diesen beiden Kuppeln die Baustile der Renaissance und des Historismus, denn zwischen der Entstehung der beiden Gebäude liegen fast 300 Jahre.

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Der Pavillon in der Mitte der Parkanlage wird meist als „Dianatempel“ bezeichnet, obwohl er von der Göttin „Bavaria“ gekrönt wird. Zu erkennen ist sie an ihren fünf Attributen, die den Reichtum des Landes symbolisieren: ein Salzfass für den Handel, ein Hirschfell für die Jagden, die Reuse für den Fischreichtum der Gewässer, die Ährengarbe für die Landwirtschaft und den Kurapfel für die politische Macht.

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Während die drei jungen Mütter ihre Kinderwägen in der Frühlingssonne in Richtung der Bayerischen Staatskanzlei weiterschieben, wenden wir uns nach einem Blick auf die Kuppel des ehemaligen Armeemuseums nach links in Richtung Englischer Garten.

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Im Zuge der Kanalisation verschwanden die meisten Stadtbäche im Münchner Stadtbild, doch anlässlich des Baus der Bayerischen Staatskanzlei wurde der historische Köglmühlbach wieder ans Licht geholt und darf ein paar hundert Meter oberirdisch fließen, bevor er sich in einer Kaskade in den Englischen Garten ergießt und den gesamten Park als Schwabinger Bach durchquert.

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Dank der warmen Temperaturen der vergangenen Wochen blühen bereits die Forsythien im Park.

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Auch den 1836 auf einem kleinen Aussichtshügel errichteten Monopteros entwarf Leo von Klenze im klassizistischen Stil.

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Bereits 1789 entstand der Chinesische Turm nach dem Vorbild der doppelt so hohen „Großen Pagode“ im königlichen Schlossgarten Kew Gardens in London, die sich wiederum an einer Majolikapagode in den Gärten eines chinesischen Kaisers (Xiangshan-Park, Peking) orientierte.

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Und wer nach dem Spaziergang Durst bekommen hat, darf sich jetzt unter den gerade aufspringenden Kastanienknospen im mit seinen 7.000 Sitzplätzen zweitgrößten Biergarten Münchens eine Mass gönnen … 😉

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