In meinem letzten Beitrag habe ich ja schon angedeutet, dass man auf alten Grabsteinen viele Symbole erkennen kann, deren Bedeutung heute kaum jemand mehr kennt. So galt der Mohn bereits in der Antike wegen seiner berauschenden und einschläfernden Wirkung als Zwillingsbruder des Todes. Dieses Symbol wurde zu Beginn des 19. Jahrhundert vom Klassizismus wieder aufgenommen, wo die auf Grabmalen häufig dargestellte Pflanze einen sanften Tod symbolisierte.

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Ebenfalls seit der Antike wird der Schmetterling als ein Symbol für die Seele verwendet, da er während seines Lebens eine Metamorphose von einer Raupe zur Puppe und schließlich zu einem erwachsenen Falter durchläuft. Die Raupe ist ein Symbol für das mühsame irdische Dasein der Menschen, das mit der Verpuppung sein Ende findet. Der Falter, der aus der scheinbar leblosen Puppe schlüpft, symbolisiert die den Tod überwindende Seele.

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Auch die Bepflanzung der Gräber kann als Symbol gedeutet werden, z. B. steht der immergrüne Efeu auf dem Friedhof für Unsterblichkeit und ewiges Leben.

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Engel gelten als Sinnbild für die Wegbegleitung, die Flügel der Engel erinnern an den Götterboten Hermes.

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Auch Farben können eine Symbolkraft haben, so steht Lila für die Farbe der Trauer und des Todes.

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Bäume als Symbolpflanzen gehörten schon in der Antike zur Ausstattung der Grabgärten. Bei den Germanen galten Bäume als Sitz des Göttlichen und auch die Kelten verehrten bestimmte Bäume als mystische Wesen und nutzten die Eiben zur Abwehr gegen bösen Zauber.

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Genauso wie die Schlange, die sich in den Schwanz beißt, bilden hier drei Fische einen Kreis als Symbol der Unendlichkeit, können aber auch im christlichen Sinn die Dreieinigkeit symbolisieren.

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Dagegen soll die Schlange auf diesem schmiedeeisernen Grabdenkmal wohl nur an das Märchen “Das Natterkrönlein” von Ludwig Bechstein erinnern …

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… es kann aber auch ein geheimnisvoller Hinweis sein, den wir heute nicht mehr entschlüsseln können.

Obwohl schon lange niemand mehr auf dem Alten Südlichen Friedhof bestattet wird, übt er doch einen morbiden Charme aus und es läuft mir beim Spaziergang der eine oder andere Schauer über den Rücken.

Dieses reich verzierte Gesicht, das ich dort für Ruthies Projekt “I see faces” entdeckt habe, schaut dagegen sehr harmlos aus. Der Grund dafür könnte ja die berauschenden Wirkung dieser Mohnkapsel sein, die man wie viele weitere Symbole auf den Grabdenkmälern des 19. Jahrhunderts findet.

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Dank meiner lieben Freundin, die nicht nur die Teekultur pflegt, sondern auch eine begnadete Bridge-Spielerin ist, hatte ich gestern das Vergnügen, beim jährlichen Silbertee im Kaisersaal der Residenz teilnehmen zu dürfen.

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Bereits zum 65. Mal lud gestern der Deutsch-Amerikanische Frauenclub München e. V. zu dieser Wohltätigkeitsveranstaltung, um mit Spenden den Studentenaustausch mit den USA und karitative Einrichtungen im Raum München zu unterstützen.

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Auf der festlich gedeckten Tafel im historischen Ambiente werden die von den Damen des Clubs selbst zubereiteten Kanapees auf Silberplatten präsentiert.

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Und so öffnen sich jedes Jahr die prächtig mit Stuckmarmor und Scagliola verzierten Portale des Kaisertrakts der Residenz für die Gäste aus Politik, Wirtschaft und der feinen Münchner Gesellschaft … und vielleicht darf ich ja im nächsten Jahr auch wieder dabei sein! :-)

rostparade_logo Diese Weisheit, die vom Griechen Heraklit (ca. 500 J. v. Christus) oder von Charles Darwin (*1809 – 1882) stammt (die Quellen sind sich da nicht einig), passt wunderbar zu Frau Tonaris “Rostparade”, bei der wir an jedem Monatsultimo ein verrostetes Objekt zeigen.

Ob der Künstler damit die Vergänglichkeit von Parfum ausdrücken wollte, weiß ich nicht, aber der Flakon erinnert mich eindeutig an einen Duft, der mit den Buchstaben “CHAN” beginnt.

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Und alle München-Kenner dürfen wieder mal raten, wo ich das Motiv gefunden hab … :-)

Wenn sich die Tage herbstnebelgrau auf die Stimmung schlagen und mir sogar die Lust am Bloggen vergeht, gibt es nur eine Lösung: Auf nach Spitzing!

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Denn genau am Spitzingsattel auf 1129 Metern Meereshöhe öffnete sich für uns die Nebelwand, so dass wir den strahlend blauen Gebirgssee in seiner ganzen Schönheit genießen konnten.

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Die Badesaison ist nun eindeutig zu Ende, …

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… denn nun hat die Zeit der Schneemänner begonnen!

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Da bleibt für den Erpel nur, vom vergangenen (oder nächsten?) Sommer zu träumen … ;-)

Mein heutiges “Montagsherzerl” für Frau Waldspecht habe ich aus der Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee mitgebracht, die bis 1803 Klosterkirche der bedeutendsten Benediktinerabtei Oberbayerns war.

Anlässlich ihres 1000jährigen Bestehens im Jahr 1746 wurde die Kirche im Stil der Barockzeit renoviert, doch nur ein halbes Jahrhundert später fiel das Kloster der Säkularisation zum Opfer.

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1817 kaufte König Max I. Joseph (reg. 1799-1825) die Reste der Anlage und ließ das ehemalige Kloster zur königlichen Sommerresidenz umbauen.

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Die königliche Familie zog viele weitere Besucher nach, die als “Sommerfrischler” ins Tegernseer Tal kamen, das bis heute eines der beliebtesten Fremdenverkehrsziele in Oberbayern ist.

Wie jedes Jahr grassierte auch heuer wieder die “Nach-Wiesn-Grippe” in München, die auch mich mit voller Wucht erwischt hat. Um die Erkältung schnell los zu werden, wird viel Bewegung an der frischen Luft empfohlen, und zwar am besten außerhalb der von Viren und Bakterien “verseuchten” Großstadt!

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Wir haben als Ziel den Tegernsee gewählt, der von München aus in einer halben Stunde zu erreichen ist.

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Beim Duft der letzten Rosen dieses Sommers kann man dort die Seele so richtig baumeln lassen.

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Die sonnigen Tage der letzten Wochen haben uns für den verregneten Sommer ein bisserl entschädigt.

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Sogar der Mohn blüht noch und will es nicht wahrhaben, dass der Sommer endgültig vorbei ist.

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Doch die Herbstfärbung hat in den Bergen schon längst begonnen und bringt das Dunkelblau des Tegernsees so richtig zum Leuchten.

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Dank eines neuen Stegs kann man nun ohne Verkehrsbelästung direkt am bzw. auf dem See entlang spazieren.

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Den Wasservögeln gefällt’s auch in der Herbstsonne.

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Welches Ziel wir zur Einkehr gewählt haben, lässt sich hier schon erahnen … ;-)

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Direkt am Seeufer mit eigenem Schiffsanlegesteg …

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… erheben sich die Türme der ehemaligen Benediktinerabtei.

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Wo ein Kloster ist, darf natürlich ein Bräustüberl nicht fehlen … schließlich soll man ja bei einer Erkältung viel trinken! :-)

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