T wie Tradition & Türen


Langsam wird es Zeit, sich um den Weihnachtsbaum zu kümmern, der mir gerade passend für den Buchstaben W bei Frau Waldspechts Farben-ABC vor die Linse kam.

Bis vor etwa 200 Jahren mussten in Bayern die Kinder auf ihre Geschenke nicht bis Weihnachten warten, sondern es war üblich, sie bereits am Nikolaustag zu beschenken. Erst mit dem Zuzug der Protestanten begann der Siegeszug des Christbaums auch in Bayern. Therese von Sachsen-Hildburghausen, die Gemahlin von König Ludwig I., deren Hochzeit wir auch das Oktoberfest zu verdanken haben, brachte 1830 zum ersten Mal einen geschmückten Christbaum in die Münchner Residenz. Da ist es nur naheliegend, dass sich seit einigen Jahren gleich nebenan vor der Feldherrnhalle der Christbaumverkauf fest etabliert hat.

W-eihnachtsbaumgrün

Eigentlich wollte ich vor dem 1. Advent keine Weihnachtsbeleuchtung in meinem Blog zeigen, aber da bereits diese Woche die meisten Münchner Weihnachtsmärkte eröffnet wurden, kann ich ja auch in bisserl Werbung dafür machen … 😉

Abends auf meinem Heimweg zur U-Bahn bietet sich mir dieses Bild nämlich schon seit Mitte November, was mir persönlich schon etwas zu früh erschien.

Der Christbaum vor dem geschichtsträchtigen Café Luitpold wird von den kunstvoll beleuchteten Straßenlaternen der Briennerstraße fast überstrahlt.

Insgesamt gibt es übrigens 23 Weihnachtsmärkte in München, also für jeden Dezembertag bis zum Heiligabend einen … 🙂

Kennt noch jemand dieses –> Lied?

Die Melodie der „Brotzeitpolka“ kam mir nämlich sofort in den Sinn, als ich diese Dekoration für Frau Waldspechts „Montagsherzerl“ im Schaufenster einer Bäckerei entdeckt habe.

Allerdings gehört zu einer anständigen Brotzeit in Bayern auch „a Ripperl und a Bier“ … 😉

Am heutigen Türendonnerstag zeige ich diesmal einen kunstvoll gestalteten Hauseingang aus dem Glockenbachviertel.

Auch wenn oft beklagt wird, dass durch die Luxussanierung vieler Gebäude aus der Gründerzeit die ehemaligen Mieter vertrieben werden, existiert in dem Viertel zwischen Sendlinger Tor und Gärtnerplatz immer noch eine alternative Kneipenszene, die den Geräuschpegel auf mindestens gleich hohem Niveau wie die Mietpreise hält … 😉

Während der Engel auf dem linken Türflügel wohl daran erinnern soll, beim Weggehen den Haustürschlüssel nicht zu vergessen …

… mahnt der zweite Engel eindeutig die nachhause Kommenenden leise zu sein – was im hippen Münchner In-Viertel sicher nicht schaden kann! 😀

Bisher hatte ich am Türendonnerstag nur Eingänge zu Profan- gebäuden gezeigt, doch da meine Steuererklärung immer noch nicht hinter „Schloss und Riegel“ des Finanzamts ist, gibt es diese Woche eine Kirchenpforte zu sehen. Schließlich kann ein bisserl „himmlischer Beistand“ bei der lästigen Aufgabe wirklich nicht schaden … 😉

Ende des 19. Jahrhunderts entstand St. Maximilian im neo-romanischen Baustil und zitiert dabei die große Kirchenbaukunst des mittelalterlichen Frankreichs.

Wie „jung“ diese Kirche bis heute geblieben ist, kann man bei der aktuellen Aufführung „Ein Stück Himmel unter Tage“ erleben, die anläßlich des Jahrestages der Novemberprogrome 1938 für Toleranz, Brüderlichkeit, Friedfertigkeit, Wahrhaftigkeit und Mit-Menschlichkeit wirbt.

Wer mittags über den Münchner Marienplatz läuft, wundert sich vielleicht, warum so viele Besucher ganz angestrengt und mit gezückter Kamera nach oben schauen. Doch nach langen Minuten des Wartens bewegen sich dann doch endlich die 32 Figuren zu den mehr oder weniger melodischen Klängen des Glockenspiels am Neuen Rathaus.

Das eigentliche Wahrzeichen, das ich für Andys Projekt als Novemberfoto zeigen möchte, ist aber noch einige Meter höher zu finden, denn auf der Spitze des Rathausturms thront seit über 100 Jahren das Münchner Kindl, für das der Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy als 9-jähriger Bub Modell stand.

Da ja am heutigen Feiertag auch noch Türendonnerstag ist, gibt es jetzt auch noch einen dritten Beitrag von mir.

An dieser Tür bin ich bei einem Spaziergang in der Mittagspause vorbeigekommen und sie erinnert mich schmerzlich daran, dass ich meine Steuererklärung für 2011 immer noch nicht abgegeben habe.

Bis ich die leidige Angelegenheit endlich erledigt hab, wird es hier wohl nichts Neues zu lesen geben …

… und darauf, dass hier während meiner Blogpause niemand Unfug treibt, passen die beiden Türknauf-Löwen als „Blogwächter“ auf! 😀

Da ich am Montag versäumt habe, für Frau Waldspecht ein „Montagsherzerl“ zu zeigen, hole ich es heute mit dieser Tür für die Aktion Macht hoch die Tür noch schnell nach … 🙂

Zu finden ist diese liebevoll dekorierte Tür auf dem Weg zum Biergarten St. Emmeramsmühle in Oberföhring. 2010 wurden die ehemaligen Krautgärten der Mühle von einem Bio-Bauern gepachtet, und seither übernehmen Galloway-Rinder und Schafe die Landschaftspflege der vorher verwahrlosten Wiesenflächen.

Eine wahre Fundgrube für die Aktion Macht hoch die Tür ist Schwabing mit seinen im Jugendstil erbauten Bürgerhäusern.

Zu den berühmtesten Jugendstilgebäuden Münchens zählt sicher das Anwesen in der Römerstraße 11 mit seinem kunstvollen Hauseingang und der außergewöhnlichen Fassadengestaltung.

Allerdings konnten sich nur wenige Künstler oder Literaten eine Wohnung in so einem hochherrschaftlichen Gebäude leisten, auch wenn das Ambiente gut zur Schwabinger Bohème gepasst hat.

Donnerstag ist „Türentag“ und natürlich habe ich mich für Macht hoch die Tür bei meinem Rundweg durch Bogenhausen auch nach schönen Türen umgesehen.

Durch diesen Eingang betritt man die 1898 errichtete neubarocke „Bürgermeistervilla“ im sogenannten „Bürgermeistergarten“ an der Ismaninger Straße. Das Anwesens ließ sich der letzte Bürgermeister des Dorfes Bogenhausen Josef Selmayr jr. erbauen, nachdem das ehemalige Dorf in die Haupt- und Residenzstadt München eingemeindet wurde. Der Kommerzienrat, Guts- und Ziegeleibesitzer war außerdem noch Landrat von Oberbayern und damit wohl der berühmteste „Loambaron“ von Bogenhausen.

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