T wie Tradition & Türen


„Ja, habt ihr denn IMMER noch Dult?“ – die Frage kommt natürlich aus der Oberpfalz, wo der Begriff „Dult“ gleichbedeutend mit „Volksfest“ ist.

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Die „Auer Dult“ hat aber eine wesentlich längere Tradition als „die Wiesn“, das berühmteste Volksfest der Welt.

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Seit 1310 gab es „auf dem Anger“, wo heute der Jakobsplatz ist, regelmäßig einen Jahrmarkt, auf dem sich die Bewohner der Stadt mit Haushaltsgegenständen, Bekleidung und was sie sonst noch so brauchten, eindecken konnten.

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Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Dulten nach einem kurfürstlichen Beschluss auf den Mariahilfplatz in der ehemaligen „Vorstadt“ Au am östlichen Isarufer verlegt.

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„Paulanerin“ heißt diese Glocke der neugotischen Mariahilfkirche, und es ist leicht zu erraten, von welcher Brauerei sie gestiftet wurde 😉

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Am beliebtesten bei der Landbevölkerung war immer schon die „Kirchweih-Dult“, die traditionell in der Woche nach dem 3. Sonntag im Oktober stattfand.

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Nicht umsonst beschreibt ein bairischer Spruch die Attraktivität dieses Fests recht treffend mit:

„A richtiga Kirta dauert bis Irta,
a diam duat ses schigga a bis zum Migga“

Mein „Montagsherzerl“ für Frau Waldspecht kommt heute von der Kirchweihdult, die am Samstag am Mariahilfplatz in der Au begonnen hat.

Bei dem herrlichen Herbstwetter lohnt sich ein Spaziergang ganz besonders – bis zum 27. Oktober gibt es dort noch alles zu kaufen, was das Hausfrauen- und Trödelmarktbesucher-Herz begehrt … 😀

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Dass so eine Großveranstaltung wie das Oktoberfest auch negative Schlagzeilen macht, liegt auf der Hand. Was die Wiesn so einmalig macht, ist schwer zu begreifen, wenn man sie nicht selbst erlebt hat – es ist einfach die Mischung aus Tradition und Riesenparty, die Besucher aller Generationen in ihren Bann zieht.

Aber schaut einfach selbst – so ging die Wiesn am Sonntag zu Ende … 🙂

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Logo-Küchen-ABC Als gestern Nachmittag plötzlich weiß-blaue „Fotografier- wölkchen“ am Himmel zu sehen waren, hab ich kurzerhand meine kleine Digi eingesteckt, um noch eine kleine Fotografier-Runde auf der Wiesn zu drehen. Und so kann ich zum aktuellen Buchstaben S für das „Küchen-ABC“ ein echtes Wiesn-Schmankerl zeigen.

Der Steckerlfisch hat übrigens nichts mit dem „Stockfisch“, einem durch Trocknen haltbar gemachten Fisch zu tun, sondern er wird ganz einfach auf einen kleinen Stecken aufgespießt, so dass man ihn besser aufrecht stehend grillen kann.

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Seit ich denken kann, gehörte zumindest ein Wiesn-Besuch jedes Jahr für mich zum „Pflichtprogramm“, heuer wäre wirklich fast das erste Jahr geworden, dass ich es überhaupt nicht geschafft habe. Natürlich könnte ich jetzt viele Ausreden wie z.B. meine Erkältung in der 1. Wiesn-Woche oder das neblige Wetter am 2. Wochenende finden – oder ist das vielleicht doch ein Zeichen, dass ich langsam alt werde, weil’s mich überhaupt nicht mehr „nausgezogen“ hat?

Aber wenigstens ist mein „Montagsherzerl“ für Frau Waldspecht ein echtes Wiesn-Mitbringsel, auch wenn’s mir nur in der Trambahn auf dem Heimweg vom Büro vor die (Handy-)Linse gekommen ist … 😉

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Am letzten Wies’n-Sonntag war ich dann doch noch draußen … die „Wies’n-Nachlese“ folgt, wenn ich meinen Rausch ausgeschlafen hab später … 🙂

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Da ich es Anfang Dezember, als ganz München tief verschneit war, nicht geschafft habe, mein Monatsfoto für das Projekt „Zwölf2012“ aufzunehmen, wollte ich es heute wenigstens der Vollständigkeit halber nachholen, damit auch dieses Jahr auf der —> Extraseite zwölf Aufnahmen vom selben Standort zu sehen sind.

Zu meiner Überraschung empfing mich beim Aussteigen aus der Trambahn Dudelsackmusik, zu der eine Gruppe in griechischer Tracht einen Tanz aufführte.

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Von den anderen Zuschauern ließ ich mich dann aufklären: Am 6. Januar, dem Tag der Epiphanie, wird in der orthodoxen Kirche die Taufe Christi gefeiert. Zu diesem Anlass wird dabei eine Segnung des Wassers zelebriert, um damit die Gläubigen, deren Häuser, Äcker und Tiere segnen zu können. Dabei werden alle Gewässer gesegnet, das Meer, die Seen, die Flüsse, die Quellen und die Brunnen.In München ist es zur festen Tradition geworden, dass die Segnung der Isar durch die Griechisch-Orthodoxe Metropolie an der Ludwigsbrücke beim Vater-Rhein-Brunnen stattfindet.

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Zur Unterhaltung tanzt anschließend der Verein der Pontos-Griechen den Tanz der Momogeri.

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Unser eigentliches Ziel lag jedoch etwas südlicher an der Isar, und zwar wollten wir uns in St. Maximilian die größte Weihnachtskrippe Deutschlands – wenn nicht gar der Welt – anschauen.

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In den letzten Jahren ist dort eine riesige Krippenlandschaft des antiken Bethlemhems mit wunderschönen handgeschnitzten Figuren entstanden.

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Sogar ein Elefant ist mit dabei, wenn Kaspar, Melchior und Balthasar ihre Gaben bringen.

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Erst im Vergleich mit den Besuchern erkennt man, wie groß die Figuren der Weihnachtskrippe wirklich sind.

Anscheinend wollten die Münchner letzte Nacht beweisen, dass nicht nur die Berliner am Brandenburger Tor schöne Feste feiern können …

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… die Überbleibsel am nächsten Morgen sind dann weniger schön! 😦

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Ob der schönste Mann Münchens noch an den Folgen der feuchtfröhlichen Nacht leidet? 😉

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Da kann nur noch ein starker Espresso helfen !!! 😀

Anscheinend hat man in München das Weihnachtsmotto „Macht hoch die Tür“ wörtlich genommen, so dass ich am heutigen Türendonnerstag nur einen türlosen Eingang zum Münchner Christkindlmarkt zeigen kann … 😉

Die Perspektive auf meinem Foto täuscht etwas, denn hinter diesem neongrün beleuchteten Tor ist keinesfalls nur der winterlich verschalte Brunnen am Rindermarkt zu finden, sondern das „Sternenplatzl“ mit seiner Weihnachts-Schlemmer-Pyramide.

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Um etwas abseits vom Trubel Schmankerl und handwerkliche Schätze zu finden, braucht nur am Marienplatz den Sternenlichtern zu folgen!

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… dann drei, dann vier – schon steht das Christkind vor der Tür!“

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Allerdings frag ich mich, wie man den Lichterglanz, der zur Zeit das nächtliche München erhellt, noch steigern will? Zum ersten Mal wird in diesem Jahr als „besonderes Highlight“ der Viktualienmarkt weihnachtlich beleuchtet. Ob die Standlfrauen ihr Ziel erreichen, ihren Umsatz in den kalten Wintermonaten mit dieser LED-Lightshow à la Disneyworld zu steigern, wird sich zeigen.

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Mich erinnert der weiß-blau illuminierte Maibaum eher ans Oktoberfest als an Weihnachten – manchmal wär halt ein bisserl weniger doch mehr … 😉

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