Der Stamm der Baiern oder Bajuwaren, der 520 n. Chr. erstmals genannt wird, entstand bereits im späten 5. Jahrhundert.  An der Stammesbildung waren Reste der ansässigen romanischen Bevölkerung und Gruppen verschiedener germanischer Stämme beteiligt. Der Name Baiowarii, der soviel wie „Männer aus Böhmen“ bedeutet, erinnert an Gruppen von Elbgermanen, die aus dem südlichen Böhmen über die Chamer Senke ins Donautal zogen. Von hier ausgehend besiedelten die Baiern noch im 6. Jahrhundert das Alpenvorland und drängen auch in einzelne Alpentäler vor.

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Denkmal für Herzog Tassilo

Bald gerieten sie unter die Oberhoheit der Franken, die das Geschlecht der Agilolfinger als Herzöge in Baiern einsetzten. Durch die vom Bistum Salzburg ausgehende Mission kamen im 8. Jahrhundert auch das Gebiet des heutigen Kärnten und Teile der Steiermark unter bairische Herrschaft. Herzog Tassilo III., der eine eigenständige Politik verfolgte und wohl ein bairisches Königtum anstrebte, wurde 788 von seinem Vetter Karl dem Großen gestürzt und Baiern dem Frankenreich einverleibt.