Auch wenn das Schreiben heutzutage nicht mehr so anstrengend wie im Mittelalter ist, hat es jetzt doch zwei Wochen gedauert, bis ich endlich den geplanten Beitrag über einen Studientag zur Romanik in Regensburg veröffentliche.

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Da München zur Zeit des Frühmittelalters gerade erst gegründet war und damals zum Großteil aus Holzhütten bestand, muss man sich schon in eine der damals wichtigsten Metropolen Europas begeben, um romanische Bauten zu erkunden.

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Nicht nur Karl der Große und viele andere bedeutende Herrscher besuchten im Mittelalter die Stadt an der Donau, sie zog auch irische Wandermönche an, die über Schottland auf das Festland kamen und in Regensburg ihr Mutterkloster St. Jakob gründeten.

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Diese Reliefplastik zeigt den Mönch namens Rydan, der vermutlich tatsächlich gelebt hat und sich durch den Schlüssel als Baumeister oder Pförtner des Klosters ausweist.

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In keinem anderen Ort Deutschlands ist ein vergleichbares romanisches Portal erhalten, nur das benediktinische Kloster Santa Maria de Ripoll in Katalonien besitzt ein ähnlich kunstvolles Relief aus dem 12. Jahrhundert an seiner Eingangsfront.

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Die Figuren an dem als „Schottenportal“ bekannten Relief am Eingang der Kirche sind heute nicht mehr leicht zu deuten, vermutlich handelt es sich um die Vorstellung von Himmel und Hölle …

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… und mythologische Tieren als Symbole der Todsünden.

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Eine noch ältere Geschichte hat das ehemalige Benediktinerkloster St. Emmeram, das seit Anfang des 19. Jahrhunderts der Familie Thurn und Taxis als Fürstensitz dient.

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In der Kirche sind noch drei Krypten aus dem 8., 10. und 11. Jahrhundert erhalten, die diesen Ort zu einem einzigartigen Zeugnis der Romanik in Deutschland machen.

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Als Bischofssitz stand Regensburg jahrhundertelang mit seinen Bauvorhaben in einer gewissen Rivalität zu den Klöstern, ein Beispiel dafür ist die romanische Allerheiligenkapelle am Domkreuzgang.

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Dass zu dieser Zeit italienische Baumeister mit dem Bau betraut waren, erkennt der Architekturstudent am „lombardischen Bogenfries“, der uns als eindeutiges Zeichen für die Romanik erklärt wurde.