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Bei einem Besuch der über die Jahrhunderte gewachsenen Residenz bekommt man einen Eindruck der verschiedenen Architekturstile von der Renaissance über Barock und Rokoko bis zum Klassizismus. Das größte Stadtschloss Deutschlands besteht aus einem Gebäudekomplex mit 130 Schauräumen und 10 Innenhöfen, allerdings sind wegen Renovierungsarbeiten derzeit „nur“ etwa 90 Räume für die Öffentlichkeit zugänglich.

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Aufsichtspersonal in gedeckter Kleidung und einem „Münchner-Kindl-Logo“ sorgt dafür, dass sich niemand verläuft oder den wertvollen Ausstellungsstücken zu nahe kommt. Wenn man Glück hat, trifft man dabei die Freidenkerin, die dort voller Begeisterung aufpasst und mit wunderschönen Fotos von ihren Diensten berichtet.

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1602 erhielt der heute als „Schwarzer Saal“ bekannte Raum seine illusionistische Architekturmalerei und wurde deshalb auch als „Perspektiv-Saal“ bezeichnet.

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Zur gleichen Zeit entstanden die beeindruckenden Steinzimmer im nach dem späteren Kurfürsten Maximilian I. als Maximilianische Residenz benannten Erweiterungsbau.

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Der streng gläubige Kurfürst ließ sich in seinem Trakt die Reiche Kapelle als persönlichen Andachtsraum gestalten. Wer heute über den Prunk den Kopf schüttelt, muss sich in die Zeit des 30jährigen Kriegs versetzen, als der Glaube noch eine ganz andere Priorität hatte und es ein Ausdruck der Verehrung Gottes war, die Kirchen mit den wertvollsten Kunstgegenständen auszustatten.

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Einen Eindruck von der höfischen Wohnkultur des beginnenden 19. Jahrhunderts vermitteln schließlich die Hofgarten- und Charlottenzimmer, in denen Einrichtungsgegenstände aus dem Besitz des ersten bayerischen Königs Max I. Joseph und seiner Familie zu sehen sind.

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Besonders reizend ist die Porzellanbemalung dieses Toilettentischchens mit den Enkelkindern des Königs, die aus der Verbindung seiner Tochter Auguste Amalia mit dem Stiefsohn Kaiser Napoleons, Eugène de Beauharnais, hervorgingen.