Auch für den heutigen Beitrag bei Frau Waldspechts „Montagsherzerl“ habe ich mich außerhalb der Münchner Stadtgrenzen begeben, wobei der Bezug zu unserer bayerischen Landeshauptstadt natürlich trotzdem nicht fehlt.

Denn die Münchner zieht es nicht nur zu Lebzeiten in Richtung Berge, bereits im 19. Jahrhundert ließen sich Münchner Bürger auf dem Friedhof von St. Michael im Schäftlarner Ortsteil Zell bestatten.

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Heutzutage wird das kleine Kircherl auch für Hochzeiten und Taufen genutzt, da es mit seiner bemerkenswerten kunsthistorischen Ausstattung einen ganz besonderen Rahmen für Familienfeiern bietet.

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Obwohl die Kirche dem Zeitgeschmack entsprechend barockisiert wurde, wird man im Inneren vom noch vorhandenen Kreuzgratgewölbe der Gotik überrascht.

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Allerdings wurden die gotischen Freskenteile aus dem 15. Jahrhundert erst 1952 freigelegt.

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Neben vielen Fragmenten, die heute nicht mehr zweifelsfrei gedeutet werden können, sind im Gewölbe des Altarraums die vier Evangelisten zu erkennen: Dabei symbolisiert der Adler Johannes, der Stier steht für Lukas, der Löwe für Markus und der Engel weist auf Matthäus hin.

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Auch die zierliche Madonna am Seitenaltar stammt in ihrer würdevollen Ruhe noch aus der Gotik, während die Figur des Kirchenpatrons St. Michael wohl von einem dem Münchner Hof nahe stehenden Künstler der Renaissance geschaffen wurde.