Nur 170 Meter liegt die Roseninsel vom Westufer des Starnberger Sees entfernt, doch sie ist eine Welt für sich.

Bei einer kurzen Fahrt erzählt der Fährmann die wichtigsten Fakten zur ehemaligenn „Wörth“, wie die Insel früher hieß. Heute wohnt dort nur noch der Gärtner, der die Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Gartenanlagen pflegt, doch eine Besiedelung der Insel lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen.

Als König Maximilian II. im 19. Jahrhundert die Insel erwarb und sich dort ein Sommerdomizil bauen ließ, entdeckte man römische Tonscherben und vorchristliche Funde aus der frühen Bronze- und Urnenfelderzeit. Bereits im 7. Jahrhundert hatte an der Stelle des heutigen Gärtnerhauses eine frühromanische Kirche gestanden.

Die fünf Meter hohe Säule in der Mitte des Rosengartens besteht aus 15 weißen und blauen mundgeblasenen Glasröhren. Sie war ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. an seine Cousine Königin Marie und ihren Gatten Maximilian II. von Bayern.

Die aus vergoldetem Zinkguss gestaltete Mädchenfigur füttert gerade einen Papagei mit Trauben. Leider ist das Original seit 1946 verschollen, sie wurde nach dem Vorbild einer ähnlichen Figur, die König Friedrich Wilhelm IV. für seine Gattin Elisabeth von Bayern anfertigen ließ und heute noch im Marlygarten von Schloss Sanssouci steht, nachgegossen.

Bei der Bepflanzung wurde besonderen Wert darauf gelegt, dass die Rosensorten die feuchte Witterung auf der Insel vertragen und vor 1900 entstanden sind. Als besonders robust und winterhart gelten dabei Rosa gallica, Rosa alba und Rosa alba maxima.

Erst 1978 hatte der Freistaat die Insel vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds für 800.000,00 DM erworben – bei den heutigen Immobilienpreisen am Starnberger See ein wahres Schnäppchen! 🙂

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