„Wenn eine Frau mit 50 morgens aufwacht, und es tut ihr nichts weh, dann ist sie tot“, meinte kürzlich meine Freundin etwas sarkastisch, als ich wieder mal über Kreuzschmerzen klagte. Dabei gibt es mitten in München eine „Allheilmittel“, das schon seit Jahrhunderten gegen Gliederschmerzen hilft.

Die Hammerthaler Muttergottes ist das einzige Gnadenbild, das nach seiner Stifterin benannt ist, der Ursula Hammerthaler. Im Jahre 1620 entdeckte sie im Kloster Tegernsee diese geschnitzte gotische Madonnenstatue, die sie dem Abt des Benediktinerklosters abkaufte und in ihrer Hauskapelle aufstellte. Anscheinend hatte sie die Wallfahrt nach Tegernsee wegen ihrer Gliederschmerzen unternommen, von denen sie plötzlich geheilt war. Meine Freundin würde zwar sagen, dass der Grund für die Heilung wohl die Bewegung war, denn bekanntlich ist eine Schonhaltung das Schlimmste, was man seinen Gliedern antun kann … 🙂

Trotzdem breitete sich die Verehrung der Himmelsmutter, die sich in der Hauskapelle ihrer Weinwirtschaft „Hammerthaler Hof“ im Tal befand, schnell in der ganzen Stadt aus, so dass sich Ursula Hammerthaler wohl wegen des hohen Besucherandrangs 1624 entschloss, die Statue dem Augustiner-Eremiten-Kloster in der Neuhauser Straße zu übergeben. Als das Augustiner-Kloster nach über 500jährigem Bestehen während der Säkularisation aufgelöst wurde, brachten fromme Gläubige das Gnadenbild in die Heilig-Geist-Kirche, so dass es seitdem ganz in der Nähe ihres ehemaligen Standorts im Tal zu finden ist. Allerdings befindet sich an der Stelle der ehemaligen Weinwirtschaft inzwischen das Einrichtungshaus „Böhmler”.

Die Gedenktafel ist auf der Rückseite einer alten Mauer angebracht, die ich jahrelang für eine gelungene Schaufensterdekoration gehalten hatte.

Ganz abgesehen von der wunderbaren Geschichte fasziniert mich diese Madonna in ihrer künstlerischen Darstellung mit einem Jesuskind, das sich spielerisch unter ihrem Schleier versteckt, wie man an dieser Detailaufnahme sehr gut erkennen kann.

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