Im Foyer der Hoch- schule für Musik und Theater ist diese Installation zu finden, in der Stolpersteine integriert wurden.
Seit Jahren wird die Verlegung solcher Erinnerungssteine in München kontrovers diskutiert. Ich persönlich kann die Ansicht von Frau Knobloch und OB Ude nachvollziehen, die sich gegen solche Steine im Trottoir wehren, die dann im wahrsten Sinn des Wortes mit Füßen getreten werden.
Andererseits ist es ein schöner Gedanke, der Opfer des Nazi-Regimes an den jeweiligen letzten Wohnorten zu gedenken – denn nur so kann die Erinnerung mitten unter uns lebendig bleiben.
18. Februar 2010 at 13:51
Sieht a bisserl aus wie unser neu gestalteter Innenhof.
Da ich eines Bandscheibenvorfalls wegen eine Fußheberschwäche habe und manchmal sogar über ein Haar am Boden stolpere, teile ich die Vorbehalte gegen solche Steine.
Dass die Erinnerung an die Ermordung von 6 Millionen Juden lebendig bleibt, ist richtig und wichtig. Aber hätte man sich da nicht eine andere Form des Gedenkens einfallen lassen können?
18. Februar 2010 at 14:19
Ich weiß jetzt nicht wie ich es formuliere, dass es nicht falsch verstanden wird.
Irgendwie scheint es doch immer unterzugehen, dass auch viele, zuviele Sinti und Roma deportiert wurden und da bin ich jetzt drübergestolpert, dass es davon ausging so wie es bei Wikipedia steht.
Ansonsten gibt es vielfältige Formen des Erinnerns und Gedenkens, da ist sicher für jeden was dabei, was dem jeweiligen Geschmack entspricht.
Und noch was zum Gedenken heute:
18.02.1943: Die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose, werden beim Verteilen von Flugblättern an der Münchner Universität beobachtet und verhaftet.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Scholl-Denkmal,_M%C3%BCnchen.jpg&filetimestamp=20051004173938
18. Februar 2010 at 14:52
Auch in Weinheim gibt es solche “Stolpersteine” vom Kölner Künstler Gunter Demnig (die wollte ich demnächst beim Projekt zeigen)
Ich persönlich finde es wichtig, dass nicht vergessen wird und derer gedacht wird die den Rassenwahn nicht überlebt haben.
Nein, ich kann diesen Gedanken des “mit den Füßen getreten” nicht nachvollziehen, ich interpretiere diese Stein eher so, dass manche über solche Steine stolpern müssen, damit solche Taten nicht in Vergessenheit geraten …
Ich erlaube mir mal einen Link zu den Stolpersteinen zu setzen …
http://www.stolpersteine.com/
Mittlerweile wird ja europaweit “gestolpert” …
Liebe Grüße, Anette
18. Februar 2010 at 14:54
@ Freidenkerin
Wie schon bei Wiki nachzulesen ist, werden die Gedenksteine niveaugleich im Gehsteig eingelassen, da es eher darum geht, gedanklich darüber zu stolpern …
@ Munditia
An dieses Bodendenkmal vor der Uni, das auch niemand “mit Füßen tritt” hab ich auch gedacht – vielen Dank für den Link!
18. Februar 2010 at 21:51
In Berlin gibt es auch so was:
http://steine.helga-ingo.de/2007/08/27/stolpersteine/
Eine gute Sache, finde ich, nur die Sicherheit für die Fussgänger und gerade ältere Menschen, darf nicht beeinträchtigt werden.
Steinreiche Grüße
Helga
19. Februar 2010 at 09:04
Auch ich kann die kontroverse Diskussion verstehen.
Die Befürchtung, dass Nazis hier weiterhin die Möglichkeit haben, die NS-Opfer bewusst mit Füßen zu treten, ist berechtigt. Das ist die eine Seite der Medaille.
Als “Positiv-Denker” tendiere ich viel mehr zu dieser Seite: wenn jemand nur geistig über einen dieser Steine stolpert und einen kleinen Gedanken an das Schicksal dieses NS-Opfers “verschwendet”, dann ist schon etwas Positives in Richtung Erinnerung und Mahnung passiert.
19. Februar 2010 at 09:35
Die Idee dahinter fand ich von Anfang an nicht schlecht, bei der Umsetzung gibt es meiner Ansicht nach selbst Stolpersteine.
Ist es auf einem Niveau, dann fallen die Steine viel zu wenig auf, es wird tatsächlich nur drüber gelatscht. Gerade in unserer Zeit der Reizüberflutung.
Wirkliche Stolpersteine sind sie so nicht, nicht einmal gedankliche.
Stolpersteine müßten größer sein und so gut durchdacht, dass sie vor allem für Blinde keine Gefahr darstellen. Und dass sie zum Innehalten und drüber sprechen einladen.
Viele Grüße, Tatzelwurm
19. Februar 2010 at 14:06
Warum nicht wirklich an den ‘Wohnorten’ gedenken, ich glaube nicht, dass die Steine an einer Wand oder Hausmauer weniger erinnern…
Ich hab dir im Mühler Feld extra eine Loipe spuren lassen, also der unbenutzte Teil wartet jetzt extra auf dich
Schönes Wochenende!
Huggels, Eveline